Im März 2024 hat der Bonner Stadtrat beschlossen, ein ganzheitliches Konzept zu entwickeln, um die Attraktivität des Umstiegs auf den ÖPNV zu erhöhen. Die Verwaltung wurde unter anderem beauftragt, verkehrsgünstig gelegene innerstädtische Flächen auf ihre Park & Ride-Angebote zu prüfen, einschließlich des Baus von Parkhäusern.

Für Bad Godesberg bedeutet das: Die gesamte Rigal’sche Wiese wird zum Park & Ride– Parkplatz entwickelt.

Die gute Nachricht: Veranstaltungen, z.B. Karnevalsveranstaltungen, Abiturfest, Frühlingsfest, bleiben auf dem Platz möglich.

Und noch eine gute Nachricht: Der Parkplatz soll für alle Fahrgäste des öffentlichen Verkehrs kostenlos bleiben. Für andere Nutzungen mit dem Auto wird künftig eine Gebühr erhoben. Hoffen wir mal, dass die SWB das hinkriegen.

Das eigentliche Ziel von Park & Ride – Parkplatzplätzen ist, an den Rändern der Städte den Individualverkehr aufzunehmen und die Nutzer zum Umstieg auf die öffentlichen Verkehrsmittel zu bewegen. Das schont die Umwelt und reduziert den Individualverkehr. Dazu ist die Rigal’sche Wiese ideal geeignet. Richtig ist auch, die Nutzung des Parkplatzes mit der Nutzung der ÖPNV zu verknüpfen. Schon seit Jahren wird dieser Parkplatz von Dauerparkern zugestellt. Weiter gefasst erinnere ich auch an meinen Vorschlag, die geplante Seilbahn auf der Westseite bis zum Autobahnkreuz Hardtberg zu verlängern, um bereits dort den Einpendelverkehr zum Umstieg auf den ÖPNV zu bewegen.

Die Innenstädte vom Individualverkehr zu entlasten ist ein grundsätzlich richtiges Konzept. Hier könnte auch in Bonn noch mehr getan werden. Wer z.B. den gerade beginnenden Weihnachtsmarkt (und natürlich weitere Veranstaltungen) in der City besuchen will, kennt das Problem der beinahe täglich überfüllten
City-Parkhäuser in dieser Zeit.

Warum also nicht auch die am Rande des Zentrums liegenden Parkhäuser und Parkplätze in das Konzept mit einbeziehen? Nur ein Beispiel: Bietet sich nicht das große Parkhaus am WCCB dafür an? Der Parkausweis wäre dann gleichzeitig das Ticket für die Fahrt mit der U-Bahn in die City. Schnell und einfach.

Es darf also nicht nur darum gehen, neue gebührenpflichtige Parkflächen zu schaffen, um die Einnahmesituation der Stadt zu verbessern. Streng nach dem Motto: Zaun setzen, Parkschranke und Parkautomat aufstellen, fertig ist der P&R-Parkplatz und die Kasse klingelt.

Wenn Ausbau, dann auch richtig. Wie wäre es mit einem Parkhaus mit zwei großen Untergeschossen und maximal einem kleinflächigen Erdgeschoss mit beparkbarer Dachfläche? Aber bitte kein Parkhausmonstrum, das den umliegenden Park und die Bebauung städtebaulich verunstaltet. Dazu gibt es in Bonn unrühmliche Beispiele genug.

Die beste Nachricht zum Schluss: Die drei Prachtexemplare von Eichen auf der Rigal’schen Wiese werden uns mit diesem Konzept glücklicherweise erhalten bleiben. Und das ist auf jeden Fall ein Gewinn.

11/2025 Dr. Wilhelm Hemmerde